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    Arbeitstreffen der Selbsthilfegruppen

    „Achtsamkeit als Lebenshaltung“

    Liebe Freundinnen und Freunde in den Selbsthilfegruppen, liebe Ehemalige, sehr geehrte Damen und Herren,

    Achtsamkeit bedeutet bei sich zu sein, sich selbst bewusst wahrzunehmen, die eigenen Gefühle, Gedanken, Bedürfnisse und Reaktionen zu spüren. Die Menschen hetzen mit ihren Gedanken immer in die Zukunft, um ja nichts zu versäumen. Dabei entgeht ihnen genau das, was gerade wirklich passiert. Im Zeitalter der Digitalen Revolution, die fast alle Lebensbereiche umfasst, einem Leben mit „Cloud Computing“, „Cyberspace“ und „Whatsapp“ findet augenscheinlich Achtsamkeit immer weniger statt. Mit der Entwicklung hin zu einer Multioptionsgesellschaft wird es immer schwieriger, das zu finden, was wir wirklich brauchen und wir haben es verlernt, uns schlichtweg die Zeit zu nehmen, um eine vernünftige Auswahl zu treffen. Wir haben zwar immer mehr Wahlmöglichkeiten, aber unser Zeitbudget ist letztendlich gleich geblieben. Der Focus auf das Thema „Achtsamkeit“ scheint in unserer „beschleunigten Welt“ aktuell „in Mode“ zu sein und es wird versucht zunehmend mittels bestimmter Übungs- und Trainingsmethoden schnelle Lösungen anzubieten. Dabei macht es zweifellos Sinn, sich mit dem Thema Achtsamkeit zu beschäftigen, denn achtsam zu leben ist wirklich ein Weg zu mehr Glück und Zufriedenheit. Das wissen die Buddhisten, bei denen Achtsamkeit seit Jahrtausenden eine tragende Rolle spielt. Achtsamkeit stellt auch im Bereich der Suchterkrankungen einen nicht zu vernachlässigenden Faktor dar, denn wer achtsam mit sich ist, wird sich besser verstehen können und mit dem Verstehen kommt das Verständnis und der gütige Blick auf uns selbst und auch auf andere Menschen. „Für mich ist Achtsamkeit nicht nur das Wort, sondern die darunter – und dahinterliegende Praxis der Achtsamkeit – der Weg zur Evolution unserer inneren Weisheit“ (Jon Kabat Zinn).

    Ziel unserer Selbsthilfegruppentagung und der Auseinandersetzung mit diesem Thema sind keine „schnellen Lösungen“, sondern die Erkenntnis, dass Achtsamkeit weniger Technik ist, die man so eben mal schnell lernt, sondern dass es hierbei um eine Lebenshaltung geht.

    Wir hoffen, Ihr Interesse geweckt zu haben, wünschen Ihnen und uns einen spannenden, interes­santen und intensiven Austausch und freuen uns auf ein Wiedersehen mit Ihnen am 03. März 2018 in der Johannesbad Fachklinik Furth im Wald.