Frauenspezifische Suchttherapie

    Jede zwanzigste Frau entwickelt im Verlauf ihres Lebens eine Alkoholabhängigkeit. Rund 1,7 % der Bevölkerung werden abhängig von Beruhigungs-, Schmerz- und Schlafmitteln, die meisten davon sind Frauen. Der Beikonsum von Drogen wie Cannabis und Amphetaminen ist vor allem bei jungen Frauen steigend.



    Suchtmittel als Fluchtweg

    Der weibliche Weg in die Sucht ist gepflastert von leidvollen Erfahrungen. Insbesondere beim Vorliegen traumatischer Erfahrungen, ist die Gefahr, suchtkrank zu werden, stark erhöht. Überdurchschnittlich häufig bestimmen Themen wie erlittene körperliche, psychische oder sexualisierte Gewalt, problematische Partnerschaftsbeziehungen, Ungleichbehandlung, Mehrfachbelastung durch Beruf, Haushalt, Familie und möglicherweise die Pflege von Angehörigen, ökonomische Abhängigkeit und zusätzliche Betroffenheit als Angehörige suchtkranker Eltern, Partner oder Kinder den weiblichen Suchtverlauf. Vielen Frauen mangelt es an Selbstwertgefühl und Selbstsicherheit, Scham- und Schuldgefühle sind oft übermächtig. Viele leiden zudem an zusätzlichen Diagnosen wie Depressionen, Ängsten, Persönlichkeitsstörungen und posttraumatischen Belastungsstörungen.



    Den Teufelskreis durchbrechen

    Seit 1993 behandeln wir in der Fachklinik Furth im Wald suchtkranke Frauen nach einem frauenspezifischen Ansatz, der sich im Kern darauf bezieht, Frauen in der geschlechtsspezifischen Krankheitsentwicklung zu erkennen und im Heilungsprozess maßgeschneidert und lösungsfokussiert zu unterstützen. Nur in reinen Frauengruppen unter Anleitung von Therapeutinnen können weibliche Sozialisations- und Lebensbedingungen intensiv thematisiert und auf die individuelle Thematik je nach Lebensphase eingegangen werden. Selbstverständlich behandeln wir auch Patientinnen mit Doppeldiagnosen, bei denen z.B. zusätzlich eine Depression, eine Angststörung, eine posttraumatische Belastungsstörung oder eine Persönlichkeitsstörung vorliegt.



    Traumatherapie

    Traumatisierte Frauen werden von erfahrenen Psychologinnen mit Zusatzqualifikation in Traumatherapie in Einzelgesprächen individuell bei der Aufarbeitung des Erlebten unterstützt und können in der Indikativgruppe Skillstraining für traumatisierte Frauen Stabilisierungstechniken erlernen, die im Umgang mit den Folgen der Traumatisierung hilfreich sind. Ziel ist es, Kontrolle über die mit der erlittenen Traumatisierung einhergehenden Gefühle und Erinnerungen sowie über das eigene Denken und Handeln zu bekommen und die belastenden Erinnerungen steuern zu können.



    Indikativgruppen speziell für Frauen

    • Selbstsicherheitstraining für Frauen
    • Körpertherapie für Frauen
    • Entspannungstraining für Frauen


    Geschützter Raum durch eigenen Wohnbereich

    Viele Frauen brauchen einen besonderen geschützten Raum, in dem sie sich ihrer Abhängigkeitserkrankung stellen und ihr Leben wieder aktiv gestalten lernen können. In Furth im Wald bringen wir Suchtpatientinnen deshalb in einem gesonderten Wohn- und Aufenthaltsbereich unter, der ihnen spezielle Rückzugsmöglichkeiten bietet.



    Betreuung durch reines Frauenteam

    Suchtpatientinnen werden in unserem Haus ausschließlich von Therapeutinnen und weiblichem Fachpersonal betreut.



    Umfassendes Therapieprogramm

    Das Therapieprogramm der Fachklinik beinhaltet Einzel- und Gruppentherapie, die Teilnahme an Indikativgruppen, Gestaltungs- und Ergotherapie, Sport- und Bewegungstherapie, Soziotherapie (klinische Sozialarbeit), Maßnahmen im Bereich der beruflichen Reintegration, Psychoedukation im Rahmen von Vorträgen zu suchtspezifischen, medizinischen und gesundheitsbezogenen Themen sowie medizinische Therapie und Physiotherapie. Auf Wunsch erfolgt die Einbeziehung von Angehörigen.



    Ansprechpartner

    Fragen zur Aufnahme beantwortet Ihnen gerne unser Aufnahmesekretariat, inhaltliche Fragen
    Dipl.-Psych. Sandra Schmid
    sandra.schmid@fachklinik-furth.de
    Tel. +49 9973 502-249 (Mi 12.00-12.30 Uhr)